Beseitigen von Bandhängern im Sony DTC-790
Bei einem Sony DAT Recorder DTC-790 hatte ich das Problem, daß die
Aufwicklung des DAT Bandes nicht mehr einwandfrei funktioniert hat. Der
rechte Bandwickel blieb beim Abspielen von DATs mit "Play" manchmal
einfach stehen, um nach ca. 3 oder 4 Sekunden rasch wieder aufzuholen.
Allerdings hat das nicht immer zuverlässig funktioniert. Und so kam es
zum - für das Bandmaterial tödlichen - Bandsalat da das Band ins
Laufwerk zurückgestaut ist.
Die Vermutung war hier das die Bandspannung nicht mehr stimmte,
allerdings war die eigentliche Fehlerursache ein defektes
Bremsfilz.
Zusätzlich ist plötzlich auch noch die Mechanik total ausgefallen.
Der rechte Bandführungshebel ist in der
Kopftrommelumschlingungsposition hängengeblieben. Damit war das
Gerät komplett ausgefallen.
Beide Fehler waren aber mit Geduld selber behebbar. Hier soll
beschrieben werden was kaputt war damit man selber den Mut fasst diesen
lästigen Bandfresserfehler zu beheben (Ich hätte so eine Seite gebraucht
)
Vorbereitungen
Wichtig sind die passenden Kreuzschlitzschraubenzieher und Zangen.
Im folgenden Bild sieht man die Werkzeuge die ich verwendet habe um das
Laufwerk zu zerlegen. Wichtig ist den genau passenden
Kreuzschlitzschraubendreher zu verwenden, damit die
Schrauben nicht zerstört werden, bzw. der Anpressdruck zu groß wird. Das
Feuerzeug ist im Bild nur als Größenvergleich abgelegt und wird nicht
gebraucht.
Warnung/Disclaimer: Die Mechanik des DAT Recorders
ist hochpräzise und empfindliche Feinmechanik. Extreme Vorsicht speziell
beim Umgang mit der Bandführung (die ist justiert und auf die
Kopftrommel angepasst) und der Kopftrommel ist wichtig. Ich übernehme
natürlich keinerlei wie auch immer geartete Garantie daß diese
Bastelanleitung irgendeinen Zweck erfüllt und lehne jegliche Haftung ab.
Los gehts
DAT vorbereiten zur Demontage der Mechanik
Vor dem Öffnen und dem Ausstecken (wichtig: Das Gerät muß
bei allen Arbeiten vollständig vom Stromnetz getrennt werden, da keine
primärseitige Abschaltung vorgesehen ist) sollte die Frontblende des
Laufwerkschachtes abgezogen werden. Hierzu auf die Eject
Taste drücken und im geöffneten Zustand die Frontblende nach oben
wegziehen. Danach kann das Laufwerk wieder geschlossen werden und dann
muß der Netzstecker gezogen werden.
Nach dem unspektakulären öffnen (Die je 2 Schrauben links und rechts
am Gehäuse) des DAT Recorders sieht man die Mechanik und die
Hauptplatine vor sich.
Hier müssen nun die 4 Befestigungsschrauben der Mechanik gelöst
werden (siehe großes Bild). Je 2 Befestigungsschrauben sind unübersehbar
links und rechts angebracht. Zusätzlich müssen die 4 Signalkabel (Im
Bild weiß eingekringelt) ausgesteckt werden die die Hauptplatine mit der
Bandmechanik verbinden.
Nach dem lösen der Kabel und der 4 Befestigungsschrauben kann man nun
das Laufwerk nach hinten vorsichtig wegziehen.
Gleichzeitig muß man es nach hinten oben weglupfen damit man über die
Hauptplatine kommt.
Zerlegen der Mechanik
Im nächsten Bild ist jetzt die Mechanik schon ausgebaut und
umgedreht. Am besten legt man die Mechanik nicht ins Gerät sondern auf
einen (antistatischen) Tisch.
Nun müssen wir die Motorsteuerungsplatine und die
Antriebswellenmechanik vom Gehäuse lösen. Der erste Schritt ist das
relativ hakelige Abschrauben der Platine (Achtung: Die
Platine nicht komplett wegziehen, da das Kabel zum Antriebsmotor fest
verlötet ist.
Im Bild sind von mir eingezeichete Markierungen zu sehen. Zuerst
werden die drei im Bild weiß umkringelten Schrauben gelöst. Hier
unbedingt einen exakt passenden Schraubendreher verwenden, damit man
nicht drücken muß um den Schraubendreher im "Schlitz" zu halten. Das
Schwarze, im Bild weiß markierte Klebeband muß auch geöffnet werden um
die Kabel freizugeben. Die blauen Markierungen, die hier am oberen Ende
der Platine zwei Punkte kennzeichnen sind die beiden Umdrehungssensoren.
Hier besonders drauf achtgeben das diese Bauteile auf der Unterseite der
Platine nicht verkantet
werden. Die Platine muß also im oberen Bereich ein kleines Stück
senkrecht nach oben gehoben werden. Unten, natürlich auf der
Platinenunterseite, am Eingang des Flachbandkabels
befindet sich eine Kabelführungklemme. Diese muß wahrscheinlich etwas
aufgebogen werden (jaja, frickelei...) damit die gehaltenen Kabel
freigegeben werden.
Jetzt aber erstmal das Bild bevor im nächsten Absatz die Demontage
des Bandantriebs beschrieben wird.
Wenn die Platine angehoben und ein Stück nach unten geschoben werden
kann, dann kann man die rot markierten Schrauben öffnen und die Mechanik
ein kleines Stück senkrecht nach oben wegziehen, dann aber, die Kabel
quasi als Scharnier nutzen, die Antriebsmechanik ca. 70-90° abwinkeln
bis man ungefähr so wie im nächsten Bild abgebildet auf die
Antriebswellen zugreifen kann.
Reparatur des Bremsfilzes
Ich weiß, das Bild ist unscharf. Im Bild sieht man
weiß eingekreist den heruntergerutschten Bremsfilz. Dieser ist so natürlich
funktionslos und hat die Bandspannung nicht unter Kontrolle. Zusätzlich wird
wohl gelegentlich die Bandmechanik gestört. Mit einer Zange wird der
heruntergeschobene Bremsfilz entfernt, wieder ein bißchen "aufgebürstet" und
mit Uhu an die richtige Position festgeklebt. Vorsicht Uhu
darf natürlich nicht in die Antriebsmechanik gelangen, sonst ist es vorbei.
Damit ist dieser Teil abgeschlossen. Wenn die Mechanik/Bandführung
ansonsten funktioniert kann das Gerät jetzt schon wieder zusammengesetzt
werden. Der nächste Absatz beschreibt die Behebung des anderen
Fehlers.
Fehlerbehebung am defekten Bandführungsarm
Nun muß noch der 2. Fehler behoben werden. Der rechte Bandführungsarm
bewegt sich ja nach Einlegen eines Bandes nicht mehr. Da die Steuerung der Führungsarme,
Capstanmotor und Andruckrolle auch offen sind ist dies quasi "2 auf einen
Streich". Im nächsten Bild blau markiert ist wiederrum die
Problemstelle. Dort ist ein kleines Plastikscheibchen
grundlos abgesprungen und der Arm ist abgestürzt. (Ist wohl ein
Konstruktionsproblem, die Plastik"spannringe" halten sehr schlecht auf
den Kunststoffwellen).
Das kleine Zahnrad wird auf die Führungsachse geschoben, so daß es wieder
in die Zahnstange eingereift
(Vorsicht, die Zahnstange und das Zahnrad haben eine Aussparung bzw.
Steg damit der Zusammenbau nur in einer Stellung möglich ist). Ein
kleines Stück Blumendraht als Klammer gebogen, hält das Zahnrädchen recht gut auf der
Achse fest. Natürlich muß sich die Mechanik bewegen lassen, die Klammer verhindert nur das
Abrutschen des Führungshebels. Natürlich kann man auch das Plastikscheibchen als Ersatzteil bestellen.
Danach kann das Laufwerk wieder in umgekehrter Reihenfolge
zusammengeschraubt werden. Justagearbeiten sind keine Erforderlich(!).
Wichtig ist führungsklammern für Kabel wieder anzubringen, damit keine
Kabel locker sind und die Mechanik verklemmen können.
Das Laufwerk funktioniert jetzt wieder einwandfrei.
Viel Erfolg
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