Miele Spülmaschine reparieren

Dichtbekommen eines Miele Geschirrspülers G2292 SCi

Bei einem Miele Geschirrspüler G2292 SCi (Baujahr 2006 bzw. Anfang 2007) hatte ich das Problem, daß nach dem Spülgang eine größere Pfütze am Gerät vorne zu sehen war. Zudem waren die Gläser mit einem Grauschleier (=Kalk) überzogen. Am Anfang natürlich erstmal Panik - was verschüttet? Pumpe oder Dichtungen undicht (Die Maschine wurde auch schon umgezogen)? Allerdings hat die Maschine ja einen Aquastop und sollte eigentlich überhaupt keine Leckagen bekommen können, die der Elektronik entgehen. Typischerweise sollte so eine Maschine ja eine geschlossene Wanne mit Schwimmerschalter haben der dies verhindert.

Nach Entfernen der Fußleiste der Kücheneinbauzeile konnte ich sehen, daß einiges Wasser ausgelaufen war. Ich habe alles trockengewischt und auch festgestellt daß die Türverkleidung von hinten naß war. Also habe ich mal das 12 Minuten Programm gestartet und gesehen, das nach wenigen Minuten an der Türe der Spülmaschine innen Wasser herunterläuft und auf den Boden tropft.

Warnung/Disclaimer: In elektrischen Geräten, also auch der Miele Spülmaschine G2292 SCi befinden sich (elektrostatisch) empfindliche Komponenten und natürlich auch Netzspannung, wenn das Gerät mit dem Stromnetz verbunden ist. Berühren von Netzspannung ist lebensgefährlich. Bei eigenen Reparaturen erlischt die Garantie und die Funktion des Gerätes wird u.U. beinträchtigt oder das Gerät wird zerstört. Ebenfalls kann es zu Überschwemmungen durch abgezogene Schläuche oder gerissene Gehäuse kommen. Ich übernehme natürlich keinerlei wie auch immer geartete Garantie daß diese Bastelanleitung irgendeinen Zweck erfüllt und lehne jegliche Haftung ab.

Fehlersuche

Ok. Zuerst war die Vermutung: Es gibt im Türbereich offensichtlich eine undichte Stelle die man suchen muß. Deshalb habe ich die Türverkleidung abgeschraubt, damit ich hereinschauen kann, wo das Leck ist. Soviel Wasser wie herauskam, müsste das wohl auch klar zu finden sein.

Vorgehen

[Bild Miele G2292SCi
nach entfernen der Front]

Einführung

Als Einführung ist hier links die Spülmaschine nach Entfernen der Zierblende, der Blechverkleidung und der Bedienblende zu sehen. Das muß alles entfernt werden, damit man gut hinkommt. Insgesamt ist es aber sehr Servicefreundlich und man hat nach kompletter Demontage der nötigen Teile nur zwei verschiedene Typen Schrauben.

Demontage

Um die Maschine zu demontieren muß man zuerst die Zierblende entfernen. Hierzu muß man die 4 Halteschrauben (Innentorx tx-20) lösen. Hiervon befinden sich jeweils 2 links und rechts seitlich an der Türe hinter einem Plastikstopfen. Das ist in der der Maschine beiliegenden Montageanleitung beschrieben wie diese Blende entfernt wird. Meine Empfehlung: Eine dicke Decke gefaltet unter die geöffnete Türe legen und dann bei offener Türe die Schrauben lösen. Die relativ schwere Blende fällt dann, zusammen mit einem kleinen Halterahmen, herunter, bzw. muß am annähern geschlossenen Gerät nach oben ein kleines Stück sanft gezogen werden um dann aus der Halterung herauszugleiten. Am besten einen Helfer bitten sie zu halten. Die Schrauben verbleiben am Gerät.

Danach können alle im Bild mit roten Linien markierten Schrauben gelöst werden. Diese befinden sich alle auf der Innenseite, d.h. auf der "Spülseite". 6 Stück halten die Blechverkleidung der Front, weitere 6 die Blende der Bedientafel. Es handelt sich um die gleichen Schrauben (gleicher Innentorx) diese sammelt man nun am besten in einer kleinen Box. Meine Empfehlung: Die Decke von oben weiter verwenden und mit einem Helfer insbesondere die Blechverkleidung (mit der Geräuschdämmung) sanft zu Boden führen. Die Blende geht ganz einfach zu entfernen - einfach auf die Führungsnasen achten. Die Blechblende muß ein kurzes Stück nach unten gezogen werden - hier bitte große Vorsicht um keine Kabel zu beschädigen.

Nach dem Entfernen dieser Teile ist die Stabiliät der Türe nicht mehr so groß und diese sollte jetzt möglichst vorsichtig behandelt werden. Inbesondere die Schließfeder zieht jetzt auch sehr stark, da jede Menge Masse ja entfernt ist.

vermuteter Fehler

Ich habe schon geahnt daß die braunen und weißen Ablagerungen im Salzbehälter die ich im Bild mit cyan eingerahmt habe da nicht hingehören. Um ganz sicher zu gehen habe ich nach dem Entfernen der Verkleidungen nochmal das 12 Minuten Spülprogramm laufen lassen.

Wo läuft das Wasser heraus, was ist die Ursache?

[Druckausgleich und
Notüberlauf]

Rot markiert im Bild darüber ist der Übeltäter der Küchenüberschwemmung zu sehen. Aus einer kleinen Öffnung die hinten, vermutlich zum Druckausgleich angeordnet ist, spritzte ein kleiner Wasserstrahl der dann einfach nach unten rauslief.

Der Grund ist, daß die brauen Ablagerung im Salzbehälter Kalkausfällungen und Ablagerungen sind. An dieser Stelle in der Spülmaschine ist das Wasser ja noch nicht entkalkt. Wie man im großen Bild sehen kann ist der Auslauf auf der rechten Seite komplett mit Kalk zugesetzt. Ein Servicetechniker hätte jetzt sicher das Ersatzteil aus dem Kofferraum geholt, das zugesetzte ausgebaut, das Ersatzteil eingebaut und wäre fertig gewesen. Hier kann man aber mit etwas Geduld (halbe Stunde) Kosten sparen, indem man die Ablagerungen selber entfernt.

Zwischenbemerkung

Mittlerweile habe ich die Maschine schon zum 4. Mal gereinigt. Das Problem kündigt sich immer schon ein paar Spülgänge lang vorher mit folgenden Symptomen an:

  • Tendenziell Kalkflecken auf Edelstahl (insbesondere Töpfe). Weiterhin Grauschleier auf Gläsern. Spülinnenraum wird fleckig
  • Salzlösung läuft in geringen Mengen in den Spülraum vom Salzbehälter aus. Insbesondere ist das nach dem Spülen zu sehen.
  • Der Salzverbrauch scheint zu steigen.
  • Nach dem Spülgang ist der Salzbehälter voller Flüssigkeit. Manchmal ist sie warm.

Eventuell handelt es sich auch um Feststoffe aus dem Regneriersalz die diese Ablagerungen bilden. Eigentlich handelt es sich aber um Salz, welches speziell für Enthärtungsanlagen vorgesehen ist und somit voll geeignet sein sollte.

Reinigung Salzbehälter

Um den Salzbehälter gründlich zu reinigen muß dieser aus der Maschine ausgebaut werden. Hierzu müssen die vier blau markierten Schrauben gelöst werden und die beiden, doppeladrigen Kabel (hier gelb markiert) abgesteckt werden. Von der Innenseite kann nun die Salzbehälterklappe abgezogen werden. Von innen kann nun der Salzbehälter an den Einklippsungen herausgedrückt werden. Diesen auf jeden Fall von hinten halten, damit er nicht herunterfällt, er wird nur von der Einklippsung gehalten. Empfehlung: Schüsseln und Putzlumpen bereithalten und gleich aufwischen

Nun hält man den Salzbehälter in der Hand. Nun muß man noch die beiden Schläuche (lila Linien) unten abziehen. Hierbei achten: Der rot bedruckte Schlauch muß nachher auf den rot markierten Anschluß, der weiß bedruckte an den anderen. Nicht verwechseln, ansonsten wird die Maschine sicher nicht mehr richtig funktionieren

Nun hält man den Salzbehälter in der Hand. Manuell wird nun alles noch befindliche Salz ausgekippt. Mit klarem, kalten Leitungswasser kann man nun erstmal den Behälter selber reinigen. Hierbei darauf achten den Behälter selbst und die beiden Anschlüsse nicht zu verschmutzen oder zu beschädigen.

Ist nun aller Schmoder im Behälter selbst entfernt, gilt nun die Aufmerksamkeit den Ablagerungen in den Ableitungen. Hierzu wird der Salzbehälter mit Wasser gefüllt und lagemässig in normale Einbauposition gebracht (d.h. "normale" Salzeinfüllöffnung oben). Durch Schwenken des unteren Endes um 45 ° und darüber hinaus wird jeweils Wasser zum Ein- und (mit Glück) Auslaß herausgedrückt. Sobald das Wasser aus dem Behälter weg ist, füllt man ihn einfach wieder auf. Nach einiger Zeit beginnen sich die Ablagerungen in Bewegung zu setzen und Richtung Ausgang zu bewegen. Das prozedre muß so lange wiederholt werden bis alle Ablagerungen (fühlen sich wie Sand an) mit dem Wasser ausgespült wurden. Bei mir hat das über eine halbe Stunde gedauert.

Montage

Salzbehälter praktisch vollständig entleeren (Etwas Restwasser schadet nicht). Auf Sauberkeit aller Dichtungen achten. Den Salzbehälter wieder einklippsen, hierbei insbesondere auf die Nase links unten achten, diese muß hinter dem dicken Metallsteg liegen, sonst kann die Abdeckung nicht montiert werden. Die beiden Schläuche wieder richtig aufstecken (d.h. rot bedruckter Schlauch auf den rot markierten Auslaß, weiß markierter Schlauch auf den unmarkierten Einlaß). Die Verkabelung beider Sensoren wieder herstellen. Salzbehälterklappe auf der Innenseite verschrauben, hierbei die Schrauben fest, nicht zu fest (Plastikgewinde), aber auch nicht zu lose anziehen (Dichtungen müssen gut angepreßt werden, ansonsten dringt Salzlösung in den Spülraum).

Aufstecken beider Kabel. Nebenbei Herstellen einer gesättigten Regeneriersalzlösung. Hierzu ca. 1 l herstellen und dieses in den Salzbehälter füllen (Nimmt man klares Wasser spricht sofort die Salzkontrolle an, da der Schwimmerschalter nicht ausgelöst wird). Klares Wasser und normal auffüllen mit Salz geht auch, dann muß man ggf. einige Stunden warten bis sich das Wasser mit Salz sättigt.

Das Auffüllen des Behälters mit Wasser oder Salzlösung nach dem richtigen Zusammenbauen ist eminent wichtig: Vergisst man das, funktioniert das ganze Flüssigkeitsmanagement in der Maschine nicht mehr richtig, vermutlich weil dann viele Luft(blasen) in den Schläuchen sind - es kann dann passieren das Flüssigkeit in die Maschine austritt und der Aquastop zuschlägt. Das macht dann richtig viel Arbeit.

Beim Kontrollspülgang sollte nun alles funktionieren und insbesondere keine Überschwemmung mehr auftreten. Nach Montage des Behälters, befüllen mit Salz und wiederherstellen aller Verbindungen sah es bei mir so aus

[Maschine von innen,
repariert]

Alle Ablagerungen sind entfernt. Das Spülergebnis ist wieder einwandfrei, fleckenlos und Wasser dringt selbstverständlich keines mehr aus.

Es kann passieren daß es einen oder zwei Spülgänge braucht bis sich alles wieder "normalisiert", insbesondere wenn man die Reinigung schonmal machen mußte oder man ziemlich viel Flüssigkeit im Salzbehälter nach der Montage aufgefüllt hat. Um sich den weiteren Weg der Salzlösung zu verdeutlichen habe ich hier mal noch eine Aufnahme der Technik hinter der linken Verkleidung der Spülmaschine eingestellt. Man kann in diesem "Kunstwerk der Kanalführung" sehen, daß oberhalb des Ionenaustauschers (das braune Zeug am unteren Ende der Maschine bzw. des Kunststoffbehälters/"Kanalkunstwerk") auch jede Menge fieser Ablagerungen sind. Im Moment scheint das den Betrieb aber noch nicht zu beinträchtigen.

[Linke Seite der
Maschine]

Viel Erfolg

© Carsten Groß - Letzte Änderung 05.07.2017 10:00 - Impressum