Historisches zur Homepage

"Meine" Computergeschichte und Entstehungsgeschichte der Homepage

Die folgende Geschichte möchte ein bißchen die Historie meiner Homepage und meines Netzzuganges erzählen. Der Netzzugang lässt sich nicht von meiner Homepage trennen, das eine hätte es ohne das andere nicht gegeben. Beides bedingte sich gegenseitig und hat meine Erfahrungen mit Computern sicher nachhaltig geprägt.

1986: Wie alles begann

1986 war ich gerade 14 geworden und die anderen aus meiner Klasse hatten schon zum Teil einen C-64 oder zum Teil auch andere Computer. Ich wollte unbedingt auch einen C-64 haben, aber meine Eltern meinten ich solle mir doch einen "richtigen" Computer kaufen, am besten einen auf dem auch ein "richtiges" System laufen würde. Also mußte ein CP/M tauglicher Rechner mit Z80 CPU her, ein C-128 (Commodore 128). Diesen kaufte ich mir im August 1986 und zum Ende des Jahres kam dann noch eine obligatorische 5 1/4 Zoll Floppystation (Commodore 1571) dazu. Schnell habe ich das System bis auf die Bits und Bytes erforscht und sehr viel über die Hardware gelernt. Einer meiner Meinung nach krönender Abschluß meiner persönlichen C64 und 6502 Ära war der Selbstbau eines RDS Dekoders im Jahre 1993 bis 1994.

1994: Einzug ins Wohnheim Heilmeyersteige

1994 bin ich ins Studentenwohnheim eingezogen und bin anfangs wegens meines C-128 noch etwas belächelt worden. Üblicherweise hat sich das immer recht schnell gelegt wenn ich gezeigt habe was ich mit der Maschine so mache :-) - das ist aber eine andere Geschichte.

Im September/Oktober 1994 gab es eine Veranstaltung des URZ Ulm im Aufenthaltsraum des Wohnheims. Frank Kargl zeigte auf einem auf damals exorbitante 32 MB aufgerüsteten Pentium PC Zugriff aufs Internet und erzählte daß die Uni plant das Wohnheim ans Internet anzuschließen. Meine Frage damals ob auch geplant ist den C-64 zu unterstützen erscheint mir im Nachhinein doch etwas peinlich. Interessant ist auch daß damals der Internetzugriff nur innerhalb Europas funktionierte, Zugriff auf Server in den USA von der Uni Ulm damals aber nicht möglich war.

Gegen Ende des Jahres 1994 bekam ich einen PC geschenkt. Einen 286'er, damals schon eine "alte" Möhre, die aber noch mit yabri lange gute Dienste geleistet hat. Ich tauschte das Board gegen eines mit 486 CPU aus und hatte dann einen Rechner mit 4 MB RAM, 120 MB Festplatte und einer ET-4000 Karte.

Zu dieser Zeit wurde das Wohnheim mit einer gebündelten ISDN Standleitung (stolze 128 kbit/s) zur Universität an das Internet angeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war "Internet" noch kein Thema in der Öffentlichkeit.

1995: Mein erster PC

Mit dem neuen PC und Novell DOS wollte ich natürlich ähnliche Dinge wie mit meinem C-64 zuvor machen. Und ich war soo enttäuscht: Das fing mit den 8.3 Dateinamen an, ging mit der großen Crashfreudigkeit von DOS allgemein weiter und hörte bei der langen Booterei noch nicht auf. Ich brauchte unbedingt eine Alternative, mit DOS wollte ich eigentlich gar nichts machen.

Parallel hierzu wurde im Wohnheim schon eine SS20 installiert, eine Sun Sparcstation 20 war mittlerweile schon der Server im Wohnheim geworden, auch die Verbindung an die Uni war schon da. Allerdings noch nicht die Kabelmodems mit denen die Bewohner auf das Internet zugreifen sollten.

Meine erste Begnung mit Linux

Ein befreundeter Bewohner erzählte mir daß es ein Betriebssystem für den PC gäbe, das ähnlich wäre wie das Solaris auf der Sun und den Protected mode der CPU voll ausnützen würde. Außerdem wäre es open source und frei, bräuchte aber mindestens einen 386'er.

"frei" hatte ich in den wenigen Wochen unter DOS schon gelernt hieß meistens "public-domain" oder sowieso nur "pseudo-frei" bzw. Shareware wo man für simpelste Dinge gleich erstmal ein paar Mark abdrücken sollte. Das war bei Linux nicht so. Hier bekam man den Sourcecode wirklich mit. Außerdem konnte ich nicht glauben das "Linux" den protected-mode nutzen kann und lies mir ein Binary dieses ominösen "Linux" kopieren. Es war das Progrämmchen "cat" ("macht das gleiche wie type unter DOS") daß ich erstmal mit einem Binäreditor untersuchen wollte. Nachdem ich dort keinen 16 bit Code entdecken konnte und das Linux Dateisystem auch nachweislich Dateinamen jenseits von 8.3 unterstützen konnte wurde im Januar eine SUSE LINUX 11/94 Distribution via NFS installiert. Hierzu hatte ich mir kurz vorher eine WD8013 Netzwerkkarte in Ulm auf einer Computerbörse für 5 DM erstanden.

Netzwerk

Im Feburar/März 1995 kamen die ersten 5 Kabelmodems im Wohnheim an. Max Gauger wollte seines nicht unbedingt und ich bekam seines "zum Testen". Die ersten Kabelmodems waren noch ISA Steckkarten mit einer externen Box. Auf meinem mittlerweile dual-boot DOS PC hatte ich flugs das DOS Konfigurationsprogramm und den Treiber installiert und nach kurzer Zeit gings dann auch mit NCSA Telnet das erste Mal auf die sol.

Homepage

Ungefähr zu dieser Zeit ist übrigens meine Homepage entstanden. Ein altes Backup sagt mir

~carsten/public_html>ls -l Stimme.au mail.html
-rw-r--r--   1 carsten staff  32768 Jul 24  1995 Stimme.au
-rw-r--r--   1 carsten staff    770 Jul  8  1995 mail.html

daß ich diese Dateien schon im Juli 1995 hatte, die eigentliche "Homepage" entstand wohl ein paar Wochen früher.

KA9Q, Subnetze, ARP usw.

Das war ja nur der erste Schritt. Eigentlich wollte ich nun mit dem viel besseren Linux ins Internet. Es müßte doch auch gehen mit dem DOS PC dazwischen? Von studentischer Seite war sowieso schon der Wunsch aufgekommen die wenigen Modems gemeinsam nutzen zu dürfen um mehr als nur 5 PCs anschließen zu können. Mit dem PC Routerprogramm für DOS KA9Q ging es prinzipiell. Allerdings mußte man zuerst KA9Q die IP Adresse des Linux Rechners geben, KA9Q beenden und dann mit einer anderen IP starten - dann ging das Internet für 24h. Warum war mir damals noch nicht so ganz klar. Heute weiß ich es natürlich - nach 24h wurde bei Solaris und dem 3com Router der arp-cache geleert. Es wurde ein "static-publish-arp" (heute: proxy-arp) Eintrag auf dem Wohnheimserver für erstmal meinen Linux-Rechner gemacht und ein Subnetz für "unsere Rechner" definiert. Über eine spezielle Konstruktion hatten Timo und Markus aus der Nachbar WG und ich uns nämlich schon mit Netzwerk verkabelt.

Nachdem dieses Problem gelöst war (Danke Frank) gings ab sofort mittels KA9Q also mit Linux oder DOS ins Netz. Das war dann so ca. im April 1995. Mit Rainer Bawidamann tat ich mich zusammen um ein Bridgeprogramm für DOS zu programmieren, um endlich ein gemeinsames Subnetz fürs ganze Wohnheim hinzubekommen. Mitte 1995 wars dann soweit, yabri war einsetzbar und lief auf allen Maschinen ab 286 aufwärts. Mein alter 286'er wurde zur Bridge umfunktioniert und KA9Q wurde überflüssig. Trotzdem wurde bis zu meinem Auszug eine Einteilung in Netzblöcke mehr oder weniger beibehalten. Schön war seinerzeit auch, daß jeder Bewohner eine offizielle IP Adresse bekommen hat.

Das Jahr 1995 war also recht Ereignisreich und für mich sehr lehrreich.

1996: Konsolidierung

Mit dem neuen Internetzugang und Linux konnte ich jetzt wirklich schön ins Netz. Mittlerweile gabs auch schon einige Homepages und - aus heutiger Sicht kaum vorstellbar - praktisch keinen spam. Für Linux war mir mein Rechner schon etwas zu klein geworden, durch einen Hiwi Job hatte ich auch etwas Geld beisamen und ich bestellte mir im Sommer 1996 ein Tyan Tomcat IID Pentium 100 Dual board. Das war so cool. Ab hier lässt sich übrigens die Geschichte meiner Homepage im Internet archive verfolgen - die älteste dort erfasste Version ist von Januar 1997. Eine E-Mail die ich als Reaktion auf meine Homepage von Aleksander bekommen hatte mündete in eine längere Brieffreundschaft und gegenseitigem 2 wöchigem Besuch was ich sehr schön fand.

1999: Umzug nach Nürnberg

Im März 1999 bin ich nach Nürnberg umgezogen um dort bei der Firma SUSE zu arbeiten. In der ersten Zeit hatte ich nicht so viel Zeit mich um meine Homepage zu kümmern, ich war ganz froh daß sie noch online war da ich ja jetzt nicht mehr im Wohnheim wohnte. Zwei Monate nach dem Umzug kaufte ich mir ein Telefonmodem, aber richtig "viel" machte ich in dieser Zeit nicht.

Nach einer geraumen Zeit wollte ich wieder mehr Möglichkeiten haben und die Befürchtung wuchs in mir eines Tages keinen Wohnheimsaccount mehr zu haben. Vorher wollte ich aber auf jeden Fall noch die Homepage umziehen, wollte allerdings aber auch keinen der Webhoster dazu benutzen.

2001: Standleitung bei IPX

Der Zugangsrouter in Nürnberg (Lucent Cellpipe)
Der Zugangsrouter in Nürnberg
Ende 2000 war T-DSL schon ein quasi-standard geworden, ich wollte aber unbedingt eine feste IP Adresse haben damit ich alle Dienste selber machen konnte und einen Server ähnlich der sol im Wohnheim installieren konnte. Eine Anzeige von QSC fiel mir ins Auge, in der Businesszugänge mit festen IP Adressen mit SDSL angeboten wurden - dies auch noch mit mehr Bandbreite (144 kbit/s) als damals das ganze Wohnheim zusammen. Der Preis hierzu war allerdings happig.

konstriktor im Jahr 2001
konstriktor im Jahr 2001
Im April 2001 entschloss ich mich mir eine IPX Standleitung mit QSC SDSL Technik und 144 kbit/s und offiziellen IP Adressen zum Geburtstag zu schenken. Martin Edenhofer war so lieb und schenkte mir "meine" Domain siski.de die ich seitdem für alles private verwende. Am 20. Mai 2001 war es soweit und es war endlich wieder richtiges Internet zuhause. Mein Pentium 100 wurde zum Stromsparrechner abgerüstet und umgebaut zum all-in-one Server konstriktor der alle möglichen Serverdienste wie DNS, Web und Mail beherbergt. Ein neuer Arbeitsplatzrechner mußte her und im Juli 2001 hatte ich die alte Homepage vom Wohnheimsserver auf den neuen Server umgezogen. Auf dem Wohnheimsserver war von nun an ein 301 redirect auf meine neue Seite installiert.

2002: WLAN und IPv6

Am 27.1.2002 habe ich mir zuhause ein WLAN aufgebaut um damit mit dem Laptop und Nachbarn gemeinsam Internet zu haben. Das mit der Anbindung von Nachbarn hatte sich recht schnell zerschlagen, aber das WLAN ist seitdem aktiv genutzt.

Nachdem ich den RFC 3068 entdeckt hatte und die Unterstützung durch Linux recht gut war aktivierte ich IPv6 Support nach diesem RFC, seitdem ist mein Rechner und damit auch die Homepage dank apache2 via IPv6 erreichbar.

2004: Wechsel zu IN-Berlin

Im Jahr 2004 wurde mir IPX im Vergleich zu möglichen Alternativen einfach zu teuer und im Vergleich hierzu auch zu langsam.

Ich wollte zumindest eine offizielle IP behalten, T-Online etc. schieden also beim Wechsel aus. IN-Berlin ist für mich als Privatperson eine gute Lösung. Im August 2004 wurde T-DSL 3000(!) und der Zugang über IN-Berlin eingerichtet, darüber bin ich immer noch angebunden, nur der Web- und Mailserver läuft auf einer separaten Maschine.

2005: Hetzner und Linksys Router

Am 16.6.2005 stand ein weiterer Umbau an. Da mir der mittlerweile 9 Jahre alte Pentium 100 in der Küche doch etwas lästig wurde habe ich ihn stillgelegt. Stattdessen habe ich ein Mietsystem bei Hetzner das viel schneller angebunden ist und insgesamt praktischer als ein neuer Rechner ist.

Als Anbindung für den Desktoprechner habe ich einen Linksys Router WRT54GS als Router aufgesetzt. Das interessante an diesem Router ist, daß man darauf Linux installieren kann und daher die gleichen Möglichkeiten hat wie mit einem "großen" Linux Rechner (IPv6 Unterstützung, Tunnel etc.).

2005: Umzug nach Ulm

Am 25.8. bin ich von Nürnberg nach Ulm umgezogen um mein Studium abzuschließen. Leider mußte ich damit meine DSL Leitung und meinen IN-DSL Zugang in Nürnberg aufgeben und nutze jetzt wieder vorübergehend den Zugang an der Universität bzw. über mein Telefonmodem. Den Hetzner Server habe ich natürlich behalten, damit bin ich Internet-technisch weiterhin völlig autark.

2006: Umzug in Ulm ins "Wurm"heim

Am 3.4. bin ich ins Studentenwohnheim Heidenheimer Straße 78 umgezogen. Hier habe ich endlich wieder richtiges Internet über die Uni.

2007: Umzug nach Weingarten

Anfang des Jahres 2007 bin ich nach Weingarten in eine sehr schöne Wohung umgezogen. Dank des gehosten Rechners war meine Onlinepräsenz dadurch nicht unterbrochen. Zuhause verwende ich nur T-Online T-DSL über den Linksys Router.

2008: Karlsruhe

Seit Sommer 2008 wohne ich in Karlsruhe und habe dort natürlich DSL von 1&1. Das Feine bei 1&1 ist, daß man nicht nur DSL hat, sondern auch Zugriff auf VoIP und eine online Videothek bekommt. Mit einem Snom 370 habe mir ein kleines Homeoffice eingerichtet. Seit ca. zwei Wochen bin ich mit der Fritzbox online.

2011: Umzug in Karlsruhe

Im Dezember 2011 sind wir als Familie in das Kirchfeld umgezogen. Da der Bauträger sich weitgehenden Zugriff auf die TAL gesichert hat, bin ich nun Kabel-BW Kunde. Die Zugänge sind zwar schnell, der Umgang mit der Zugangshardware durch Kabel-BW kann man aber nur als eigenwillig bezeichnen (Das passende Stichwort hier ist "Routerzwang"). Dafür ist meine inhouse LAN Verkabelung nun sehr ordentlich.

© Carsten Groß - Letzte Änderung 30.05.2017 23:26 - Impressum